CO² Einbringung

 

 

CO² Einbringung durch einen Außenreaktor

(Autor: Alex Wagner ; Bilder: Internetquellen, Alex Wagner)


Kurz vorweg; Warum CO² im Aquarium?

In gut bepflanzten Aquarien, oder gar reinen Pflanzenaquarien, ist das stete Vorkommen von freiem CO²-Gas im Wasser unabdingbar. Speziell anspruchsvolle Pflanzen benötigen dies für einen guten und gesunden Wuchs.

CO² gehört neben den ebenso wichtigen Makronährstoffen, wie Stickstoff, Phosphat und Kalium, sowie den Mikronährstoffen, z.B. Eisen, zu den elementaren Stoffen, ohne die Pflanzen nicht oder nur schlecht wachsen können. Daher ist für Pflanzen ein ausgeglichenes Angebot aller notwendigen Nährstoffe sehr wichtig.

An dieser Stelle folgt ein weiterführendes Thema zur - Nährstoffversorgung von Wasserpflanzen -

Für den CO²-Gehalt im Wasser wird meist ein Wert zwischen 15-30mg/l angestrebt. Dieser Wert wird teilweise über regelmäßiges zuführen von Frischwasser durch den Teilwasserwechsel aufrecht erhalten, da die Wasserwerke oft CO² zum Schutz vor Korrosion der Leitungsnetze beimischen. Oftmals reicht dies jedoch leider nicht aus, sodass zusätzliches CO² über externe Systeme, wie Bio- oder Druckgasanlagen, kontinuierlich zugeführt werden müssen.

 

Allgemein bekannte Systeme

Im Handel werden unterschiedlichste Systeme zur Einbringung von CO² angeboten, auf die ich an dieser Stelle kurz eingehen und deren Funktionsweise beschreiben möchte. Bei den gängigsten Systemen ist oft von Flipper, CO²-Taifun oder Keramikdiffusoren die Rede.

Flippersysteme arbeiten auf Basis einer treppen- oder spiralförmigen Bahngeometrie, an der die einzelnen CO²-Gasblasen entlang bis hin zur Wasseroberfläche wandern. Während dieses Vorgangs diffundiert das Gas in das Wasser, wodurch die Blasen mit steigender Höhe immer kleiner werden.

Bei Keramikdiffusoren wird das Gas mit Druck durch eine Keramikmembrane gepresst, wobei das Gas in sehr feinen Blasen in das Wasser zerstäubt wird.

Beide Systeme sind in ihrem Aufbau relativ einfach gehalten und meist unkompliziert in der Anwendung. Nachteil ist jedoch, dass sie innerhalb des Aquariums platziert werden und der Aquariengröße entsprechend dimensioniert werden müssen und damit optisch und platztechnisch meist wenig ansehnlich sind. Auch ist die richtige Platzierung im Becken sehr wichtig, damit die Strömung das CO² möglichst gleichmäßig im Becken verteilt wird. Um ein Sinken der Leistungsfähigkeit zu vermeiden, ist ein ständiges entfernen von Biofilmen und Algenbelägen notwendig, was oft ein weiteres Problem der effektiven Funktion darstellt.

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            Flipper                                  CO² Taifun                            Keramikdiffusor

 

 

Alternative Einbringung über einen Außenreaktor

Diese Art der CO²-Anreicherung erfolgt über das Einbringen des CO²-Gases direkt in den Filterkreislauf, wodurch das Gas in einer Mischkammer langsam in das Wasser diffundieren kann.

Der Vorteil dieses Systems liegt in erster Linie darin, dass keine Geräte mehr innerhalb des Aquariums benötigt werden und es sehr unempfindlich gegen Verschmutzung ist. Auch die gleichmäßige Anreicherung des gesamten Wassers ist somit sichergestellt, da das CO² direkt mit der Strömung im Becken verteilt wird. Bedingt dadurch, dass die Kontaktdauer zwischen Gas und Wasser nicht wegabhängig ist, wie bei den herkömmlichen Flippersystemen, kann sich das Gas wesentlich länger in der Mischkammer aufhalten und somit effizienter im Wasser lösen. Was den Verbrauch des benötigten Gases ebenfalls deutlich senkt.

Der einzig negativ zu erwähnende Punkt sind die zusätzlichen Verbindungsstellen im Filterkreislauf, was eine weitere Anfälligkeit für Leckagen darstellt. Wenn das System jedoch gewissenhaft verbunden und entsprechend gesichert wird, ist diese Wahrscheinlichkeit jedoch sehr gering bis so gut wie ausgeschlossen.

 

Zur Funktionsweise

Wasser wird vom Filter kommend durch eine Mischkammer geführt, welche mit einem groben Kunststoffgeflecht gefüllt ist. Das CO² Gas (hier Druckgas) wird zuerst durch einen mit Wasser gefüllten Blasenzähler geleitet, um die zugeführte Menge entsprechend einstellen und kontrollieren zu können. Danach wird das Gas ebenfalls in die Mischkammer weitergeleitet. In der Mischkammer verfangen sich die Gasblasen in dem groben Kunststoffgeflecht und werden darin festgehalten, wodurch sich das Gas langsam im vorbeiströmenden Wasser lösen kann, und so mit dem Filterstrom in das Aquarium zurückgeleitet wird.

Hier eine Darstellung meines Außenreaktors zur Funktionsweise:

darstellung

Das gesamte System sieht auf den ersten Blick eher komplex aus, bedarf aber kaum einer Wartung oder Pflege.

Derartige Außenreaktoren sind für alle Aquariengrößen geeignet, wo so manch herkömmliche Systeme oft an ihre Grenzen stoßen. Speziell für größere Becken, oder bei Pflanzen die einen erhöhten CO²-Gehalt fordern.

Im Handel gibt es diese Außenreaktoren vereinzelt auch zu kaufen, jedoch zu entsprechend hohen Preisen.

Mit etwas handwerklichem Geschick und der richtigen technischen Ausrüstung, sind diese Systeme aber auch zu einem relativ günstigen Preis, aus PVC-Teilen selbst herstellbar.

Für weitere Fragen rund um das Thema, oder für Hilfestellung zum Bau, stehe ich gerne zur Verfügung.

(eMail: JLIB_HTML_CLOAKING )

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