Nährstoffversorgung von Pflanzen

 

 

Nährstoffversorgung der Pflanzen im Aquarium

(Autor: Alex Wagner)

 

In diesem Artikel möchte ich gezielt auf die richtige Versorgung von Aquarienpflanzen mit allen notwendigen Nährstoffen eingehen. Die Aussage, alle pflanzennotwendigen Nährstoffe würden durch Ausscheidungen der Fische in das Aquarium eingebracht werden, ist nur bedingt richtig.

Wodurch wachsen Wasserpflanzen im Aquarium?
Dies ist eine Frage, die sich sicherlich jeder Aquarianer stellt, der sich als Neuling mit dem Thema Wasserpflanzen und Düngung auseinandersetzt. Ich möchte hier kurz und knapp erklären, welche Bedingungen für eine erfolgreiche Haltung von Wasserpflanzen erforderlich sind. In diesem Falle sind es 4 Bausteine, auf denen unser System aufbaut: Licht, CO², Hautnährstoffe und Spurenelemente.


1 Licht

Jede Pflanze benötigt zur Betreibung der Photosynthese eine ausreichend starke Beleuchtung. Die unterschiedlichen Wasserpflanzen haben auch unterschiedliche Bedürfnisse was die Beleuchtungsstärke angeht. So benötigen z.B. rote oder niedrig wachsende Wasserpflanzen entsprechend viel Licht, es gibt jedoch auch Arten die mit sehr wenig Licht auskommen.

Hier liegt schon das erste Kriterium bei der Pflanzenauswahl, ob diese auch mit den vorherrschenden Lichtverhältnissen klar kommen. Auch die Platzierung spielt eine wichtige Rolle, ob eventuell eine Abschattung durch andere Pflanzen erfolgt.

 

2 CO²

Die CO² Düngung versorgt die Pflanzen mit dem notwendigen Kohlenstoff, welcher in einem Aquarium ohne Zugabe meist nur in ungenügender Menge zur Verfügung steht. Speziell schnellwüchsige oder anspruchsvolle Pflanzen benötigen Kohlenstoff in ausreichender Menge, um einen gesunden Wuchs sicher zu stellen, da dieser für die Bildung der Pflanzenmasse maßgeblich verantwortlich ist. Die Zugabe von CO² kann auf verschiedene Arten erfolgen, ob als günstige Alternative über BIO-CO², der der teureren Variante durch Mehrwegsysteme mit Druckgasflaschen. Wie das CO² dem Wasser effektiv beigefügt werden kann, wird in dem Thema - CO² Einbringung - genauer erläutert. Es gibt im Handel immer wieder Produkte verschiedener Firmen, die mit „flüssigem CO²“ werben. Dies ist jedoch nicht mit „echten“ CO² vergleichbar und ersetzt diesen auch nicht, da es sich bei diesen Produkten überwiegend um Stickstoffquellen handelt.

Abgesehen von dem positiven Einfluss des CO² auf unsere Aquarienpflanzen, besitzt die CO² Zugabe außerdem den Vorteil den Säurehaushalt im Aquarium zu stabilisieren, in dem sich damit der PH-Wert zu einem gewissen Maß beeinflussen lässt.

 

3 Hauptnährstoffe - Makronährstoffe

Makronährstoffe bezeichnen die wichtigsten Hauptnährstoffe, neben Licht und Kohlenstoff, die die Pflanze für ihren Aufbau zwingend benötigt. Die Rede ist hier von sogenannten NPK-Nährstoffen.

NPK steht für die Elemente Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K), die von Pflanzen in relativ großen Mengen benötigt werden. Stickstoff- und Phosphor-Verbindungen, welche die Pflanzen aufnehmen, entstehen im Aquarium auch und überwiegend durch den biologischen Abbau von Abfällen durch Mikroorganismen, wie abgestorbenen Pflanzenteilen, Fischfuttereintrag und Ausscheidungen der Fische. Einzig der Nährstoff Kalium (K) kann im Aquarium nicht selbst „produziert“ werden und muss gesondert zugeführt werden.

Da die meisten Aquarien einen verhältnismäßig hohen Besatz an Fischen aufweisen, ist vielmehr oft ein Überschuss an Stickstoff (N) und Phosphor (P) vorhanden, als ein Mangel. Daher werden diese beiden Stoffe leider von vielen Aquarianern vernachlässigt. Lediglich in sehr stark bepflanzten Aquarien, mit geringem Besatz, kann es zu einem Mangel dieser Stoffe kommen.

Die relevanten Parameter für diese Stoffe bezeichnet Nitrat (NO3) für Stickstoff und Phosphat (PO4) für Phosphor, die wir so in unserem Aquarienwasser messen und nachweisen können.

Zu den Makronährstoffen sei in Bezug auf Algen noch erwähnt, dass hier bekanntlich die Dosis das Gift macht. Oft wird eine regelrechte Hetze zur Verbannung von Nitrat und Phosphat aus dem Aquarium aufgerufen. Hier sei gesagt, dass nicht in erster Linie erhöhte Werte für Algen verantwortlich sind, sondern ein Ungleichgewicht aller Nährstoffe. Algen entstehen sowohl durch einen Überschuss, als auch einen Mangel an Nährstoffen. In dem Thema - Algen im Aquarium - wird darauf im speziellen eingegangen.

Wenn unseren Aquarienpflanzen die wichtigen Hauptnährstoffe zum Wachsen fehlen, verschiebt sich das Nährstoffangebot zu Gunsten der Algen und fördert deren Wuchs, während die Aquarienpflanzen kaum wachsen oder kümmern.

 

4 Spurenelemente - Mikronährstoffe

Neben den oben bereits angesprochenen Hauptnährstoffen, benötigen unsere Pflanzen noch viele weitere Spurenelemente. Vor allem Eisen (Fe) ist ein elementarer Stoff, den die Pflanzen zur Bildung von Blattgrün (Chlorophyll) durch die Photosynthese benötigen.

Die allgemein im Handel erhältlichen Düngeprodukte beinhalten im speziellen diese Mikronährstoffe, sowie den noch notwendigen Makronährstoff Kalium, die meist wöchentlich dem Aquarium zu dosiert werden können.

 

Ideale Wasserwerte

Mit diesen vier Punkten sind nun alle Ansprüche der Pflanzen an Nährstoffen soweit abgedeckt.

Wie oben bereits mithilfe der Kategorien beschrieben wurde, sind alle wichtigen Parameter mit den Bedürfnissen der Pflanzen in Einklang zu bringen. Diese Balance ist das Fundament für einen gesunden und üppigen Pflanzenwuchs in unserem Aquarium. Damit lassen sich nun weitere Schritte zur Ermittlung der benötigten Nährstoffe und des damit verbundenen Düngers ableiten. Hierzu muss man sagen, dass sich die perfekten Nährstoffwerte nicht pauschalisieren lassen, sondern diese vielmehr auf die individuellen Gegebenheiten angepasst werden müssen.

Dennoch lassen sich grobe Zielbereiche als Richtwerte festlegen:

● 10 - 25 mg/l Nitrat (NO3)

● 5 - 15 mg/l Kalium (K)

● 0,1 - 1 mg/l Phosphat (PO4)

● 0,05 - 0,1 mg/l Eisen (FE)


Grundsätzlich sollte man hier noch unterscheiden, welche Nährstoffe durch regelmäßige Zugabe auf einem konstanten Niveau gehalten werden müssen (hierzu gehören CO²-Gehalt, Stickstoff und Kalium) und den Nährstoffen, die nicht immer Nachweisbar sein müssen (Phosphat und Eisen).

Speziell beim Finden der richtigen Konzentrationen und Dosierung, sind kontinuierliche Messungen der Parameter mit Wassertests erforderlich. Auch wenn das System später erfolgreich läuft, sollten ab und zu die Parameter geprüft und gegebenenfalls nachgeregelt werden.

 

Für jene die sich weiter mit dem Thema Düngung, oder mit Aquarienpflanzen im Allgemeinen, befassen möchten, sind die folgenden Links eine sehr gute Überleitung.

www.flowgrow.de (Community für Wasserpflanzen und Aquascaping)

www.Aquasabi.de (Ratgeber und Onlineshop für Wasserpflanzen und Aquascaping)

 


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