Glanzwürmer

 

Glanzwürmer (Lumbriculus variegatus)

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Kurze Artbeschreibung:

Zur Familie Lumbriculidae gehören mindestens drei Arten von Würmern die in ihrem Erscheinungsbild sehr ähnlich sind, sie ist eine Schwesterfamilie der Lumbricidae zu deren u.a. der uns mehr bekannte Regenwurm zählt.

Der Glanzwurm kommt in der Natur in Nordamerika und Europa vor, dort kommt er in flachen Gewässern, Sümpfen und Teichen vor und ernährt sich von Mikroorganismen und organischem Material.

Ein ausgewachsener Glanzwurm wird bis zu 6cm lang und besteht aus 150-200 Körpersegmenten, von denen jedes die Fähigkeit besitzt, wenn es vom Wurm getrennt wird, sich zu einem eigenen Individuum zu wachsen. Daraus besteht auch die häufigste Methode seiner Vermehrung die Querteilung. Diese nutzt L.v. auch bei Fressdruck, so dass eine Körperhälfte dem Jäger eventuell entkommen und diese dann das fehlende Stück regenerieren kann. Die sexuelle Fortpflanzung kommt fast ausschließlich in der Natur vor.

 

Zuchtbeschreibung:

Bei der Zuchtmethode handelt es sich um geschlossene Anlage (Aquarium), daher ist eine Verunreinigung durch  Parasiten, Umweltgiften oder anderen Krankheitserregern quasi ausgeschlossen. Als Futter wird rein biologische Kost angeboten.

Die Zucht erfolgt in einem 50-Liter Aquarium welches mit einem Hamburger-Matten-Filter betrieben wird. Zusätzlich ist ca. 2/3 des Beckens mit Japanmatten (Kunststoff-Gewirke) und grobporigen Matten bestückt ist.

Der Großteil der Tiere hält sich in den Matten auf, speziell im oberen Bereich des HMFs.

Gefüttert wird 1-2 mal am Tag aber immer nur soviel wie in dem Intervall (ca.12h) gefressen wird. Das Futter wird dort eingebracht wo sich die Tiere befinden, d.h. auf den oberen Matten, bzw. auf die Oberseite des Mattenfilters. (Wasserstand ist bis 2-3mm Unterhalb der Oberkante des HMFs).

Täglich wird ca.10Liter Wasserwechsel durchgeführt, da auf Grund der Vielzahl an Würmern

sonst die Wasserqualität leiden würde. Alle 2-3 Monate empfiehlt es sich das Zuchtbehältnis gründlicher zu reinigen. Die Beim Wasserwechsel mit entnommenen Würmer können über ein Sieb separiert werden und dann als Futtertiere genutzt oder wieder zurück in die Kultur gebracht werden.

Außer dem HMF ist keine weitere Technik (Licht, Heizung, Ausströmer…) installiert. Die Wassertemperatur wird über die vorhanden Raumtemperatur eingestellt, diese ist ca. 20°. Generell kann die Temperatur zwischen 15-25° betragen, wobei die im Bereich der Grenztemperaturen die Vermehrungsrate darunter leidet.

Abhängig von Temperatur, Frischwasserzufuhr, Filterleistung sowie Menge und Qualität des Futters können Reproduktionsraten von bis zu 200% monatlich erzielt werden.

 

Futter:

Mischung aus Mostereiabfällen und Sojamehl

Futtertabletten (zerkleinert) mit 30%-igen Spirulina Anteil

Futtermischung, siehe Enchyträenzucht

Die genannten Futtersorten verwende ich abwechselnd, alternativ nach Hinweisen aus dem Internet lassen sich auch Flockenfutterpräparate und Granulate für Zierfische nutzen.

 

Eignung als Futtertiere:

Optisch und Verhalten (Knäuelbildung) sind die Tiere ähnlich den aus dem Handel bekannten Tubifex. Da die Tiere viele Proteine, wenig Fett und etwas Kohlenhydrate beinhalten eignen sie sich hervorragend als Ergänzung des Ernährungsplans, speziell zur Förderung bei Corydoras und Barsche nutze ich meine Glanzwürmer.

 

Weiteres Literaturhinweise:

Glanzwurm, Lumbriculus variegatus

KNAACK, Joachim: Eine Bereicherung im Lebendfutterangebot – der Glanzwurm – Nr. 16, März/April 2008, 4(2): 60-63, Amazonas Nr. 16

Verfasser: Hubert Keller

 

 

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