Enchyträen

 

Moderne Enchytäenzucht der Art Enchytraeus albidus

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Entnommene Enchyträen aus Futterbox, Bild 1 Anzahl ca.150-200, Bild 2 Grössenvergleich zu einem 2-Cent Stück

 

Kurze Artbeschreibung:

Enchytraeen sind wenige Millimeter bis ein Zentimeter große, fast farblose Gürtelwürmer aus der Gruppe der Wenigborster - der Oligochaeten. In hohen Individuenzahlen leben sie vornehmlich in sauren und feuchten Böden mit hohem organischen Anteil und erfüllen als Zersetzer wichtige Aufgaben für den biolgischen Aufschluß und Abbau von organischem Material. Wie alle Oligochaeten sind auch die Enchytraeen Zwitter, die sowohl weibliche als auch männliche Geschlechtsorgane besitzen. Wird kein geeigneter Partner gefunden, kann auch eine Selbstbefruchtung erfolgen.

Sie leben in den oberen, humusreichen Erdschichten und ernähren sich von Bakterien, Pilzen und abgestorbenen organischen Substanzen. Enchyträen sind nicht in der Lage, sich durch den Boden zu „wühlen“, sondern bewegen sich durch vorhandene Hohlräume in der Erde.

Herkömmliche Zuchtmethode:

Die herkömmliche Zucht der Futtertiere erfolgt in Erde (Walderde, Humus, Rindenmulch oder Ähnlichem) als Zuchtbehälter werden meisst Holzkisten oder Tonbehälter empfohlen. Eine Abdeckung der Kiste sollte erfolgen gegen Schutz von Fliegen und Milben. Als Futter wird meisst Haferflocken, Hundefutterflocken, Eipulver, Mehl gekocht und fast immer in flüssiger Form empfohlen. Eine Reinigung ist fast unmöglich ohne Verlust von Teilen der Futterkultur.

Diese Methode ist zwar relativ naturnah aber sie ermöglicht eine nur schwere Entnahme der Futtertiere und eine Reinigung der Kultur ohne Verluste ist fast unmöglich. Selber habe ich mit solchen Kulturen, die man über den Handel beziehen kann, begonnen aber nach einer gewissen Zeit (ca. 6 Monate) war die Kultur abgestorben.

Moderne / innovative Zuchtmethode:

Als Substrat verwende ich ausschliesslich SERAMIS da es feuchtigkeitsregulierende, nicht verklumpende Eigenschaften aufweisst und sich sehr einfach auswaschen lässt.

Als Zuchtbehälter verwende ich transparente Kunststoffbehälter mit nachgearbeitem Deckel. Die Behälter haben eine Größe von 1-2 Litern nach oben hin ist keine Grenze gesetzt. Den Deckel versehe ich mit einem Lüftungsöffnungen. Dies ist wichtig damit die Kultur nicht verschimmelt, bzw. keine Fliegen (Obstfliegen) oder Milben sich in der Kultur ansiedeln können. In meinen ersten Versuche, in welchen ich nur den Deckel aufgelegt hatte habe ich des öfteren mit Obstfliegen zu kämpfen zutun gehabt, welche ich dann mit Gelbstickern aus den Gartenhandel und erhöhtem Reinigungsaufwand der Kultur bekämpft habe.

Ansatz:

Das SERAMIS wasche ich aus und lasse es über ein Sieb oder Aquariumkescher abtropfen. Der Behälter wird zu ca. 2/3 mit dem befeuchtetem Granulat gefüllt. In den vorbereiteten Behälter gebe ich dann die Enchyträen. Der Behälter ist stets geschlossen zu halten um Obstfliegen und Milben zum „Kontaminieren“ der Kultur keine Chance zu geben.

Als Futtermittel verwende ich Haferflocken da sie sehr günstig und einfach zu lagern sind. In der Mitte des Behälters füttere ich diese, optional kann man die Futterstelle  mit einer Glasscheibe (Bruchglas von Bilderrahmen mit gebrochenen Kanten, ca. 15% der Behälteroberfläche) abdecken. Fütterung erfolgt ca. einen Tag nachdem die vorherige Futtermenge aufgebraucht ist. Futtermenge ist natürlich abhängig von der Größe der Kultur, „Anfängern“ empfehle ich mit wenigen Flocken beim Erstansatz, mit der zeit bekommt man dann schnell ein Gefühl wieviel zu füttern ist.  Alle 1-2 Tage kann man die oberen Granulatschichten und speziell die Futterstelle mit Wasser mit Hilfe eines Pflanzensprühers befeuchten.

Aufgrund der  Feuchtigkeitsspeicherkapazität von SERAMIS ist eine zweiwöchige „Nichtpflege“ der Kultur möglich.

Die transparenten Behälter dienen mir zum Überwachen des Feuchtigkeitstandes. Bei optischer Kontrolle mit transparenten Boxen sollte das Granulat maximal 1/3 nass sein. Alle zwei Monate wasche ich meine Zuchtkisten (mind. 50%) aus indem ich das Granulat in einen größeren Eimer gebe und diesen mit Wasser durchspüle (Gartenschlauch).

Die Kulturen halte ich im Keller neben meinen Aquarien wo eine Temperatur von ca. 20-25° herrscht. Höhere Temperaturen sollten vermieden werden, da sie zu einem Verlust der Kultur führen könnten.

Je nach Größe der Behälter lassen sich regelmässig Enchyträen zur Fütterung entnehmen.

Aus meinen abgebildeten Behältern (ca. 1 -2 Litern) entnehme ich wöchentlich ca. 1-2 Portionen zur Fütterung meiner Fische.

Pflege der Kultur:

Aussser der schon angesprochenen Fütterung sollte die Zuchtkultur alle 2-4 Monate gereinigt werden. Hierzu entnimmt man mindestens 50% des Substrats und spült dies in einem Eimer mit Wasser mehrfach durch. Dabei ist darauf zu achten, dass nicht zuviel/keine Tierchen im Ausguss oder sonstwo landen. Das gereinigte Substrat samt Tierchen kann dann in die Zuchtbox zurückgegeben werden.

Weitere Infos:

Zur Häufigkeit der Fütterung mit Enchyträen gibt es unterschiedlichste Aussagen und Meinungen.

Die Empfehlung Enchyträen nur als Zusatzfutter alle 2 Wochen zu verwenden basiert auf der Annahme, dass Enchyträen einen sehr hohen Fettanteil haben und so die Leber der Zierfische bei Dauerverwendung schädigen (Fettleber). Manche Züchter schwören allerdings auf Enchyträen und füttern diese regelmässig.

Ich selber verwende Enchyträen als Zusatz, je Woche 1-mal da ich der Meinung bin je abwechslungreicher desto besser. Die anderen Futtersorten die ich zusätzlich füttere gehen über handelsübliche diverse Trockenfutterarten und Gefrierkost bis selbstgefangen Wasserflöhe und Mückenlarven.

 

Weitere Infos:

Zur Häufigkeit der Fütterung mit Enchyträen gibt es unterschiedlichste Aussagen und Meinungen.

Die Empfehlung Enchyträen nur als Zusatzfutter alle 2 Wochen zu verwenden basiert auf der Annahme, dass Enchyträen einen sehr hohen Fettanteil haben und so die Leber der Zierfische bei Dauerverwendung schädigen (Fettleber). Manche Züchter schwören allerdings auf Enchyträen und füttern diese regelmässig.

Ich selber verwende Enchyträen als Zusatz, je Woche 1-mal da ich der Meinung bin je abwechslungreicher desto besser. Die anderen Futtersorten die ich zusätzlich füttere gehen über handelsübliche diverse Trockenfutterarten und Gefrierkost bis selbstgefangen Wasserflöhe und Mückenlarven.

Alternatives Futter:

Diese Futter bereitet zwar mehr Aufwand ist aber aufgrund der reduzierten Schimmelanfälligkeit und Nährwert äusserst sinnvoll.

Zutaten:

500g Möhren

250g Flockenfutter

250g Milchbrei (z.B. Milupa 6-Korn milchfrei)

10ml Vitamine (z.B. Fishtamin SERA) optional

200ml Biojoghurt

3-5 Tassen warmes Wasser je nach konsistenz

 

Die Möhren zerkleinert man mit Hilfe einer Küchenmaschine zu Brei dazu kann man optional 3-5ml fishtamin geben. Die Vitamine schützen das Carolin der Möhren vor der Zerstörung durch Licht und Sauerstoff und sind desweiteren ein zusätzlicher Vitaminschub für die Fische.

Anschliessend gibt man das Flockenfutter, das Joghurt und den Babybrei zu, das ganze Gemisch gut vermischen und mit lauwarmen Wasser bei Bedarf verflüssigen. Zu letzt abkühlen lassen und final in gewünschten Portionsgrössen einfrieren.

Zum Verfüttern komplett auftauen und anschliessen über die Kultur geben.

 

Verfasser: Hubert Keller

 


 

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